Seltener Fund am Biohof von Familie Sindhuber in Seitenstetten - nämlich der vom Aussterben bedrohte Eremitenkäfer

Ein vorbildlicher Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität von Christa und Bernhard Sindhuber

Alte Mostbirnbäume prägen nicht nur das Landschaftsbild der Moststraße. Sie sind auch wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Wie bedeutend selbst ein umgestürzter Baum noch sein kann, zeigte sich im Juni 2026 am Biobauernhof der Familie Sindhuber, vulgo Oberhochholz, in Seitenstetten.

Ein Sturm hatte dort einen alten Mostbirnbaum der Sorte Schmotzbirne entwurzelt. Da sich in einer Baumhöhle ein Bienenvolk befand, öffneten Christa und Bernhard Sindhuber den Stamm vorsichtig, um die Bienen zu retten. Dabei entdeckten sie zahlreiche auffällig große Larven und mehrere dunkel glänzende Käfer.

„Der Fund zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll unsere alten Mostbirnbäume für die Artenvielfalt sind. Was für uns bereits wie ein abgestorbener oder nutzloser Baum wirkt, kann für seltene Tiere ein unersetzlicher Lebensraum sein“, erklärt Mathias Weis. „Der Schutz alter Obstbäume und Streuobstwiesen ist daher nicht nur eine Frage der Sortenvielfalt und des Landschaftsbildes, sondern auch des Naturschutzes.“

Der Eremitenkäfer verbringt den Großteil seines Lebens verborgen in alten Baumhöhlen. Seine Larven entwickeln sich mehrere Jahre im sogenannten Mulm, das zersetzte Holz in Baumhöhlen. Solche Lebensräume entstehen oft erst in sehr alten Bäumen und können nicht kurzfristig ersetzt werden.

Auch Christa und Bernhard Sindhuber war rasch klar, dass sie den bedrohten Käfern helfen wollten: „Wir waren natürlich überrascht, was da in unserem alten Birnbaum lebt. Als wir erfahren haben, wie selten diese Käfer sind, wollten wir unbedingt dafür sorgen, dass sie einen neuen Platz bekommen und weiterleben können.“ In der angrenzenden Schafweide der Familie Sindhuber fand sich ein geeigneter alter Mostbirnbaum mit einer ausreichend großen Höhle.
„Es ist sehr erfreulich, dass die Familie so verantwortungsbewusst mit diesem seltenen Fund umgegangen ist. Die erfolgreiche Umsiedlung ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser streng geschützten Art in unserer Region“, betont Fritz Hinterleitner.
Wir von Koorb freuen uns so engagierte Mitglieder zu haben, die sich so verantwortungsvoll für die Erhaltung der Biodiversität einsetzen.


Geändert am 31.07.2026 17:51

Weitere Beiträge